Von der Kalaschnikow zur Wieger

Ausstellung vom 4.09.2020 – 31.12.2021

Militärwaffenproduktion in der DDR

Der Name Kalaschnikow ist weltberühmt. Weniger bekannt ist, dass Waffen dieses Typs nach sowjetischer Lizenz im erzgebirgischen Ort Wiesa bei Annaberg-Buchholz gefertigt wurden. Der mit der Produktion beauftragte „VEB Geräte- und Werkzeugbau“ gehörte in der DDR zu einer Reihe von Betrieben der so genannten „Speziellen Produktion“. Heutige Ansätze wie Digitalisierung, Industrie 4.0, Kindergarten und Werksverkehr waren in den 80er Jahren dort schon Realität.

Der GWB Wiesa hatte ein breites Zuliefernetzwerk, wobei der „VEB Fahrzeug-und Jagdwaffenwerk Suhl“, der „VEB Döbelner Beschläge- und Metallwerke“ und der „VEB Feingusswerk Lobenstein“ eine wesentliche Rolle spielten.

Vor der Wiedervereinigung hatte der Betrieb in Eigenregie eine Sturmgewehrfamilie in verschiedenen Kalibern entwickelt unter anderem auch ein Sturmgewehr im NATO Kaliber 5,56 mm. Diese unter dem Namen WIEGER (Wiesa/Germany) bekannt gewordene Waffe konnte sich durch ihre Präzision, Durchschlagskraft und Robustheit in verschiedensten Klimazonen gegen damalige Mitbewerber durchsetzen und sollte u. a. mit 10 Millionen Stück bei der drittgrößten Armee der Welt eingesetzt werden.

Die Ausstellung zeigt alle vom GWB Wiesa produzierten Waffenmodelle vom ersten Handmuster aus dem Jahr 1958, bis zu dem mit vielen Mythen und Spekulationen umgebenen Modell WIEGER. Des weiteren gibt die Ausstellung Einblicke in die Betriebsorganisation und Fertigungstechnologie sowie in die damalige politische Situation in der sich der „VEB Geräte- und Werkzeugbaus Wiesa“ befand.

Kontakt: info@stg940.de

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